Wachs-Skandal zieht Kreise

von Wolfgang Mallin (Kommentare: 0)

Seit Mitte 2016 kursierten Berichte über Mittelwände aus gepanschtem Wachs durch Imkerpresse und -foren. Anfänglich fand man öfters den Hinweis, dass es angeblich nur um eine Ladung Wachs aus China ging, die ca. 40 Tonnen hatte. Mittlerweile scheint klar zu sein, dass dieser Skandal leider größere Kreise zieht.

Vortrag CERALYSE - Herr Dr. Ingo Scholz

Herr Dr. Scholz vom Labor CERALYSE hat auf dem Großimkertag in Celle im Januar 2017 einen Vortrag zum Thema gepanschtes Bienenwachs gehalten. CERALYSE hat zwischenzeitlich eine große Anzahl von Mittelwänden analysiert und unterschiedlichste Verfälschungen gefunden. Dies verdeutlicht, dass es sich bei dem gepanschten Bienenwachs nicht nur um die eine Lieferung bzw. Charge aus China handeln kann.

Den Vortrag von Herrn Dr. Scholz kann man sich auf Youtube ansehen:

https://youtu.be/uX8A4sYql_E

Erkennen von gepanschten Mittelwänden

Bernhard Heuvel hat in einem Dokument die Symptome zusammengefasst, die auf Mittelwände aus gepanschtem Bienenwachs hinweisen. Nicht immer lassen sich Wachsverfälschungen eindeutig erkennen und leider sind die Symptome je nach Art des zugemischten Stoffes (Paraffin, Stearin, usw.) sehr unterschiedlich.

An dieser Stelle vielen Dank an Bernhard Heuvel, dass er sich die Mühe gemacht hat diese Dokumentation zu erstellen. Das Dokument kann hier heruntergeladen werden:

www.immenfreunde.de/docs/Symptome-Bienenwachs.pdf

Historie des Skandals mit gepanschtem Wachs

Der Imker Markus Gann hat das ganze Thema an die Öffentlichkeit gebracht. Er war massiv betroffen, hat auf seiner Internetseite den Vorfall detailliert dokumentiert. Markus Gann will eine Petition einreichen, damit es zu einer gesetzlichen Regelung bezüglich Reinheit von Bienenwachs kommt.

http://www.bee-gann.de/Wachs/

Aus unserem Verein habe ich bisher nur von einem Mitglied einen Hinweis auf gepanschtes Wachs bekommen. Vermutlich ist die Dunkelziffer deutlich höher, da die Zusammenhänge nicht so einfach zu erkennen sind. Da dieser Skandal offensichtlich doch ein größeres Ausmaß hat als ursprünglich angenommen, hier meinen Rat:

  • Kauft keine auffällig billigen Mittelwände von unbekannten Händlern (z.B. bei bekannten Vermarktungsportalen im Internet). Laut Herrn Dr. Scholz von CERALYSE kann man bei diesen Mittelwänden fast zu 100% davon ausgehen, dass es sich um gepanschtes Wachs handelt

  • Fragt bei dem Lieferer vor dem Kauf schriftlich an, ob es sich um 100% natürliches Bienenwachs ohne Zusätze handelt

  • Kauft nur Mittelwände aus Bienenwachs, die mit einem Analysezertifikat geliefert werden. Logischerweise sollte das Zertifikat die Analyse auf Fremdwachse und -fette enthalten.

  • Wer sein Wachs umarbeiten lässt, der sollte sich schriftlich bestätigen lassen, dass während der Umarbeitung dem eigenen Wachs keine Fremdstoffe hinzugefügt werden und das eigene Wachs nicht mit Wachs von anderen Kunden vermischt wird.

Wer Erfahrungen mit Mittelwänden aus gepanschtem Wachs gemacht hat, der soll uns dies bitte melden. Gerade in solchen Fällen sollten sich Imker solidarisch unterstützen und damit verhindern, dass Andere in die gleiche Falle tappen. Wer glaubt mit Mittelwänden aus sogenanntem "Bio-Wachs" auf der sicheren Seite zu sein, der irrt!

Noch ein Hinweis zum Schluss:
Der Landesverband fördert in diesem Jahr Wachsanalysen. Man kann pro Mitglied zwei Analysen durchführen lassen und zahlt hierfür nur 30€ pro Analyse. Ohne Förderung kosten diese nach meinem Kenntnisstand deutlich über 100€.

Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Mitglieder diese Analysen durchführen lassen. Bei großer Beteiligung hätte dies den Vorteil, dass man neben der eigenen Gewissheit ein besseres Bild über die Gesamtsituation bekommt.

Zurück

Einen Kommentar schreiben