Geförderte Varroa-Behandlungsmittel

Bedingungen für die Förderung
  • Die Übernahme, sowie die Unterweisung bezüglich sachgerechter Verwendung der Behandlungsmittel muss schriftlich bestätigen werden.
  • Übergabe der Behandlungsmittel ist nur an die Bestellerin beziehungsweise den Besteller persönlich möglich !
    Vertreter (auch mit Vollmacht) werden von der Tierseuchenkasse nicht akzeptiert.
  • Die Bestellmenge muß für die Anzahl Bienenvölker angemessen sein (siehe nächsten Abschnitt). Grundlage ist die Anzahl Bienenvölker, welche zum Jahresende 2019 vom Verein an den Landesverband gemeldet wurde. In der Bestellung wird die gemeldete Anzahl angezeigt. Die Spalte "angemessene Bestellmenge" ist eine Orientierung, berechnet nach den Informationen des Ministeriums.
Bestellmenge - was ist angemessen ?

Welche Mengen werden für die Varro-Behandlung empfohlen ?

Präparat

Anwendung je Volk

auf 2 Zargen

Anwendung je Ableger

auf 1 Zarge

Anwendung je Volk + Jungvolk, komplet Bemerkung

Oxuvar, 5,7% ad us. vet., 275 g – Packung

ergibt 450 ml Träufellösung oder 500 ml Sprühlösung

50 ml

(träufeln, “Winter”)

Gesamtmenge reicht für 9 Völker

50 - 80 ml

(sprühen, “Sommer”)

Gesamtmenge reicht für bis zu 10 Ableger

ca. 100 ml

 

Gesamtmenge reicht für bis zu 5 Völker + 5 Ableger

  • Wirtschaftsvolk: Restentmilbung (max. 50 ml, Träufeln, gebrauchsfertige Lösung)

  • Jungvolk: Entmilbung in brutfreier Startphase (ca. 50 ml, Sprühen, gebrauchsfertige Lösung)

  • Berechnung: 2 Packungen je gemeldete 5 Völker

Ameisensäure 60% ad. us. vet., 1 l

2 x 290 ml =
580 ml

2 x 180 ml =
360 ml

580 ml + 360 ml =
940 ml

  • Wirtschaftsvolk: Für ein Behandlungsintervall wird für ein zweiräumiges Volk 290 ml benötigt (Nassenheider), zwei Behandlungsintervalle sind vorzusehen

  • Jungvolk: Ein bis zwei Behandlungsintervalle (á 180 ml, Nassenheider)

  • Berechnung: 1 l je gemeldetem Volk

ApiLife Var, Packung mit 2 Streifen

4 x 1 Streifen
2 Packungen

Wird vom Hersteller nur für Einzarger empfohlen !
4 x 1 Streifen
2 Packungen

Wird vom Hersteller nur für Einzarger empfohlen !
lt. Ministerium
3 Packungen
  • Wirtschaftsvolk (einzargig): vollständige Behandlung 4 Streifen je Volk, (4 x ein Streifen á 7 Tage)

  • Jungvolk (einzargig): wie oben

  • Berechnung: lt. Ministerium 3 Packungen je gemeldetem Volk

Hier ist das Originaldokument vom Ministerium (aus 2016, es gibt kein neueres)

MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHEN RAUM UND VERBRAUCHERSCHUTZ Angemessene Bestellmenge der Varroa-Arzneimittel

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Geförderte Varroa-Bekämpfungsmittel 2020 für Baden-Württemberg

Ameisensäure 60%ig ad us. vet.

1
Preis: 3.60 €

Verschreibungsstatus: frei verkäuflich

Bestandbuch: nicht bestandsbuchpflichtig (wird aber empfohlen)

 

Wirkstoff: Ameisensäure

Anwendungszeitraum: Sommerbehandlung nach der Honigernte, 2. Behandlung im September empfohlen, Ableger jederzeit

Anwendung: Die empfohlene Minimaldosis für ein- bzw. zweizargige Völker pro Zarge und Tag

  • im Sommer (nach der Abschleuderung) bei 15 – 20 g
  • im Spätsommer / Herbst (vor der Brutpause) bei 6 – 10 g

Die Minimaldosis darf nicht unterschritten werden. Die Gesamtdosis beträgt 85 g Ameisensäure 60% pro Zarge und Behandlung.
Der angegebene mittlere Dosisbereich ist einzuhalten. Kurzfristige Überschreitungen der Dosis innerhalb der ersten drei Behandlungstage um bis zu 100% können toleriert werden.

Art und Dauer der Anwendung: Die Ameisensäure wird mit Hilfe geeigneter Applikatoren (Verdunstungshilfen) in die Bienenvölker eingebracht. Das Besondere dieser Applikationsform ist die kontinuierliche Verdunstung niedriger Dosen pro Zeiteinheit über einen längeren Zeitraum. Die Verdunstung der Ameisensäure im Bienenvolk hat mit der höchstmöglichen Gleichmäßigkeit über einen Zeitraum von 10 Tagen zu erfolgen
Ameisensäure darf nicht angewendet werden,

  • wenn die Aussentemperaturen unter +12 °C oder über 25 °C liegt.
  • wenn eine Belastungssituation wie Hitze oder Dauerregen vorliegt.
  • wenn die Bienen in der Winterruhe sind.

Bei schwachen Völkern und Jungbienen kann eine erhöhte Bienensterblichkeit auftreten. Ein Verlust der Königin kann vereinzelt vorkommen. Die Weiselrichtigkeit muss nach der Behandlung geprüft werden.

Resistenzen: nicht bekannt

Sicherheitshinweise: Haut- und Augenkontakt unbedingt vermeiden. Dämpfe nicht einatmen! Säurespritzer sofort mit viel Wasser entfernen. Sie arbeiten mit einer starken Säure. Sie sollten Handschuhe und eine Schutzbrille tragen. Bei der Arbeit ist ein Imkeranzug, Laborkittel oder alte Arbeitskleidung empfehlenswert.
Ameisensäure darf nur im gut gekennzeichneten Behältnis (keine Getränkeflasche!) aufbewahren werden. Ameisensäure ist verschlossen, getrennt von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln sowie gegen den Zugriff von Kindern gesichert aufzubewahren.

ApiLife Var

2
Preis: 2.05 €

Verschreibungsstatus: frei verkäuflich

Bestandbuch: nicht bestandsbuchpflichtig (wird aber empfohlen)

 

ApiLife VAR® ist der Handelsname von Verdunstungsplättchen, die das Wirkstoffgemisch enthalten.


Wirkstoff: Thymol, Menthol, Kampfer und Eukalyptusöl.

Hersteller: Chemicals Laif

Vertrieb in Deutschland: Serumwerk Bernburg AG

Anwendungsdauer: 4 bis 6 Wochen

Anwendungszeitraum: Sommerbehandlung, nach der Honigernte

Wartezeit: keine Wartezeit

Informationen des Herstellers: Gebrauchsinformation

Anwendung: Durch Verdunsten werden die Wirkstoffe freigesetzt und in der Stockluft angereichert. Daher ist eine Mindesttemperatur von 18 °C erforderlich. Eine Überschreitung der Höchsttemperatur von 27 bis 30 °C kann zu einer Überdosierung führen.
Nehmen Sie zur Behandlung einen Streifen aus dem Beutel und legen Sie ihn in eine Ecke des Wabenhalterungsrahmens, möglichst weit entfernt von der Brut in der Mitte des Bienenstocks. Schließen Sie den Bienenstock und lassen Sie das Tierarzneimittel 7 Tage einwirken. Der Streifen kann auch in 3-4 Teile geschnitten und in die Ecken des Bienenstocks gelegt werden. Führen Sie nacheinander 4 Behandlungen durch. Nach der Behandlung müssen die noch vorhandenen Streifen entfernt werden.
Es wird davon abgeraten, das Tierarzneimittel in mehrstöckigen Bienenstöcken anzuwenden, da mit unzureichender Wirkung zu rechnen ist.

Dosierung: Einen Streifen alle 7 Tage je Bienenstock, vollständige Behandlung mit 4 Streifen je Bienenstock. Die Behandlung sollte einmal pro Jahr vorgenommen werden.

Resistenzen: nicht bekannt

Sicherheitshinweise: Haut- und Augenkontakt vermeiden. Sie sollten beim Öffnen der Verpackung und Einsetzen der Plättchen mit Handschuhen arbeiten. ApiLife VAR® ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt.

Oxuvar 5,7 % ad us. vet.

3
Preis: 4.70 €

Verschreibungsstatus: frei verkäuflich

Bestandbuch: nicht bestandsbuchpflichtig (wird aber empfohlen)

 

OXUVAR® ist der Handelsname einer Oxalsäuredihydrat-Lösung.


Wirkstoff: Oxalsäure

Hersteller: Andermatt BioVet GmbH

Vertrieb in Deutschland: Apotheken, Tierärzte und Veterinärämter

Anwendungsdauer: einmalig

Anwendungszeitraum: Winterbehandlung von Wirtschaftsvölkern im November und Dezember, Temperaturen mindestens 3 °C erforderlich, brutlose Jungvölker jederzeit

Wartezeit: keine Wartezeit

Informationen des Herstellers: Anleitung zum Träufeln   /   Anleitung zum Sprühen

Anwendung: siehe Herstellerinformation.

Resistenzen: nicht bekannt

Sicherheitshinweise: Haut- und Augenkontakt unbedingt vermeiden. Säurespritzer sofort mit viel Wasser entfernen. Sie arbeiten mit einer giftigen Substanz. Sie sollten Handschuhe und eine Schutzbrille tragen. Bei der Arbeit ist ein Imkeranzug, Laborkittel oder alte Arbeitskleidung empfehlenswert.


Oxalsäure darf nur im gut gekennzeichneten Behältnis (keine Getränkeflasche!) aufbewahren werden. Oxalsäure ist verschlossen, getrennt von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln sowie gegen den Zugriff von Kindern gesichert aufzubewahren. Nach Aufnahme von größeren Mengen Oxalsäure kommt es zu Lähmungserscheinungen. Bereits geringe Dosen führen zu Schädigung des Herzens sowie Nierenschäden durch Verstopfen der Nierentubuli.
Die mit Zucker versetzte Oxalsäurelösung ist nur wenige Tage lagerfähig. Unter den sauren Bedingungen beginnt die Bildung des bienenschädlichen HMF aus dem Zucker.

Hinweise des DIB zur Dokumentation im Bestandsbuch (unabhängig von den geförderten Mitteln)

Oxalsäure aus der Apothekenpflicht entlassen

Wachtberg, 01.10.2018: In D.I.B. AKTUELL informierten wir laufend über den Stand der Zulassungen von Varroabekämpfungsmitteln und wiesen darauf hin, dass beabsichtig ist, Präparate auf Oxalsäurebasis von der Apothekenpflicht zu befreien.
Der Sachverständigenausschuss für Apothekenpflicht im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte am 13.07.2017 entsprechende Empfehlungen für betreffende Präparate zur Anwendung bei Bienen ausgesprochen.

Am 26.09.2018 stimmte der Bundesrat der Befreiung zu. Das heißt:
Thymol, in Fertigarzneimitteln auch in Kombinationen mit Eukalyptusöl, Campher und Menthol sowie Oxalsäuredihydratlösung bis zu einer Konzentration von 5,7 Prozent zur Anwendung bei Bienen, werden für den Verkehr außerhalb der Apotheken freigegeben.
Die neue Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung und der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel tritt mit heutigem Datum in Kraft.

Die Tabelle auf der nächsten Seite zeigt alle aktuell in Deutschland zugelassenen Varroamedikamente und deren Anwendung.

Auf folgendes möchten wir explizit hinweisen:

Mit dem Wegfall der Apothekenpflicht besteht zwar keine Verpflichtung mehr, die Behandlung ins Bestandsbuch einzutragen. Grundsätzlich schulen und beraten wir aber dahingehend, auf jeden Fall jede Behandlung einzutragen, da sich aus lebensmittelrechtlicher Sicht eine Verpflichtung zum Nachweis ableiten lässt.

Die Bestandsbuchpflicht besteht auch dann noch, wenn eine Packung verwendet wird, die noch als apothekenpflichtig verkauft wurde und entsprechend der Hinweis auf das Bestandsbuch im Beipackzettel gegeben wird. Die Hersteller haben z. T. ihre Internetseite noch nicht aktualisiert, geschweige denn alle Verkaufspackungen.

Lesen Sie dazu hier:

Bundesgesetzblatt Jahrgang 2018 Teil I Nr. 32, ausgegeben zu Bonn am 28.September 2018, Ziffer 1386

Kontakt: Petra Friedrich, 0228/9329218 o. 0163/2732547, dib.presse@t-online.de

Zugelassene Varroabekämpfungsmittel

Bekämpfungsverfahren mit Brut

Präparat Wirkstoff Bezugsauflage Bestandsbuch
Ameisensäue 60 % ad us. vet. Ameisensäure 60 % ad us. vet. frei verkäuflich empfohlen
Apiguard® Thymol frei verkäuflich empfohlen
Formivar® Ameisensäure 60 % ad us. vet. frei verkäuflich empfohlen
Mite Away Quick Strips (MAQS) Ameisensäure frei verkäuflich empfohlen
Thymovar® Thymol frei verkäuflich empfohlen
ApiLife Var® Thymol, Menthol, Kampfer, Eukalyptusöl frei verkäuflich empfohlen
VarroMed Oxalsäure-Dihydrat/Ameisensäure apothekenpflichtig Pflicht
Bayvarol® Flumethrin 90%ig apothekenpflichtig Pflicht
PolyVar® Yellow Flumethrin apothekenpflichtig Pflicht
Apitraz Amitraz verschreibungspflichtig Pflicht
Apivar Amitraz verschreibungspflichtig Pflicht

Bekämpfungsverfahren Volk brutfrei

Präparat Wirkstoff Bezugsauflage Bestandsbuch
Milchsäure 15 % ad us.vet. Milchsäure frei verkäuflich empfohlen
Oxalsäuredihydratlösung 3,5 % ad us. vet. Oxalsäure frei verkäuflich empfohlen
Oxuvar® Oxalsäure frei verkäuflich empfohlen
Oxuvar 5,7 % Oxalsäure frei verkäuflich empfohlen
Oxybee® Oxalsäure frei verkäuflich empfohlen
Dany’s BienenWohl Oxalsäure frei verkäuflich empfohlen
VarroMed Oxalsäure-Dihydrat/Ameisensäure apothekenpflichtig Pflicht

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