February 2025

Frühjahrsversammlung und Vortrag von Norbert Poeplau

Referent Norbert Poeplau
Referent Norbert Poeplau

Vortrag „Naturwabenbau im Bienenvolk“

Der Referent Norbert Poeplau betreute als Imkermeister seit 2006 die rund 300 Bienenvölkern der Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle.
Seit Frühjahr 2024 ist er im Ruhestand.

Details und Bilder zum Vortrag sind auch auf diesen Seiten zu finden

Hier ein paar Stichpunkte zum heutigen Vortrag:

Wabenbau

  • am stärksten beim echten Schwarm
  • halb so viel bei Schwarmvorwegnahme

Naturwabenbau

  • Das Skelett des Biens
  • das Erste was entsteht
  • das Letzte was vergeht

Phänomenologie

  • Jürgen Tautz → Waben sind das größte Organ der Bienenkolonie
    Eigenschaften der Waben sind integraler Bestandteil des Superorganismus und tragen damit zur Soziophysiologie des Bienenvolkes bei.
    (Phänomen Honigbiene, Seite 155 ff)
  • Karl von Frisch → Wer zum ersten Mal eine volle Wabe aus dem Stock hebt, staunt über ihr hohes Gewicht.
    Eine Wabe (…) kann 2 kg Honig aufnehmen (…). Dabei brauchen die Bienen zu ihrer Herstellung nur 40 g Wachs.
    (Aus dem Leben der Bienen)

Voraussetzung für den Wabenbau

  • vielfältige Pollenversorgung
  • und vielfältige und kontinuierliche Nektarversorgung (bei Mangel wird der Bau eingestellt. Es muß überbrückend gefüttert werden)

Funktion des Wabenbaus

  • Schutzraum
  • Ort des Volkserneuerung
  • Produktion und Lager für Honig
  • Lager für Pollen (Bienenbrod)
  • Aufenthalts- und Informationsplattform
  • Volkschronik, Teil des Stockduftes

Wachsqualitäten in der Ökoimkerei

Wachs nimmt Wirkstoffe auf (Anreicherung) und gibt dies langsam wieder ab

Wachs 1 Wachs 2

von den Bienen komplett selbst erzeugt

  • Naturwabenwachs
  • Entdeckelungswachs
eingeschmolzene Wabe, die eine Mittelwand enthalten

darf zu Mittelwänden umgearbeitet werden

darf nicht nochmals für Mittelwände verwendet werden

Thema Wachsverfälschung

Inhaltsstoffe des Wachses werden wieder abgegeben an

  • Bienenbrot
  • Honig
  • Brut

Wachsproduktion

  • Die Bienen haben 8 Wachsdrüsen
  • frisches Wachs ist durchsichtig (wie Bergkristalle)

Wabenbau

  • Bienen wollen Wachs ausschwitzen
  • Einsparung durch Mittelwände bringt nur bedingt mehr Honig (ev. nur 1kg je Volk ?)
  • Aufarbeitung eines Wachsschüppchens
    • Beimengung von Stoffen
    • dauert je Schuppe ca. 4 min
  • Formung der Zellen ab 40°C
    noch nicht ganz geklärt → wie halten die Bienen diese Temperatur aus ?
  • Bei freiem Raum ist die Anzahl der Waben ungerade
  • Baukette sichert lotrechten Bau
  • stabiler Wulst auf den Zellenrändern dient der Kommunikation
  • Der Bien besetzt die Waben am liebsten in Kugelform
  • Es gibt unterschiedliche Temperaturzonen für die Brut
    • hoch in der Mitte Arbeiterinnen
    • niedriger auf dem Randbereich Drohnenbrut
    • kühl am Unteren Wabenrand Königinnen

Wabenformat Hoch/Quer

  • Hochformat fördert die Bewegung des Biens
    • im Winter nach oben dem Futter folgend
    • Frühjahr mit neuem Futtereintrag wieder nach unten

Bauhilfen für Naturwaben

  • Anfangsstreifen - einlöten
  • Dreikant anstatt Anfangsstreifen - Winkel kleiner 90° - ca. 60°
  • Beim Ableger eng halten
    • zunächst wenige Rähmchen geben sonst wird eventuell auch quer gebaut

Wabenerneuerung

  • Naturschwärme sind am schnellsten beim Wabenbau
  • alle Jungvölker selbst bauen lassen - auf kontinuierlichen Futterstrom achten !
  • am Ende der Saison und am Ende des Winters Altwaben entnehmen (3 Jahre alt)

Wachsverwendung

  • Kerzen
  • Pflegecreme Kosmetik, Leder
  • Wachstücher
  • ...

Zum Ende

  • Wachsmotten räumen in der Natur auf
  • Wachsmattenwaben sind bestes Schwarmfangmittel → aber leider unzulässig

 


Norbert Poeplau stellt sich vor