February 2025
Frühjahrsversammlung und Vortrag von Norbert Poeplau
Vortrag „Naturwabenbau im Bienenvolk“
Der Referent Norbert Poeplau betreute als Imkermeister seit 2006 die rund 300 Bienenvölkern der Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle.
Seit Frühjahr 2024 ist er im Ruhestand.
Details und Bilder zum Vortrag sind auch auf diesen Seiten zu finden
- Naturbau: Das sind die Vorteile (bienen&natur, 20. April 2023)
- Naturwabenbau im Bienenvolk (Lebendige Erde, Ausgabe 3/2009)
- Das Wabenwerk als Skelett (bienen&natur, Das Bienenjahr 2020 / Januar Seite 10)
Hier ein paar Stichpunkte zum heutigen Vortrag:
Wabenbau
- am stärksten beim echten Schwarm
- halb so viel bei Schwarmvorwegnahme
Naturwabenbau
- Das Skelett des Biens
- das Erste was entsteht
- das Letzte was vergeht
Phänomenologie
- Jürgen Tautz → Waben sind das größte Organ der Bienenkolonie
Eigenschaften der Waben sind integraler Bestandteil des Superorganismus und tragen damit zur Soziophysiologie des Bienenvolkes bei.
(Phänomen Honigbiene, Seite 155 ff) - Karl von Frisch → Wer zum ersten Mal eine volle Wabe aus dem Stock hebt, staunt über ihr hohes Gewicht.
Eine Wabe (…) kann 2 kg Honig aufnehmen (…). Dabei brauchen die Bienen zu ihrer Herstellung nur 40 g Wachs.
(Aus dem Leben der Bienen)
Voraussetzung für den Wabenbau
- vielfältige Pollenversorgung
- und vielfältige und kontinuierliche Nektarversorgung (bei Mangel wird der Bau eingestellt. Es muß überbrückend gefüttert werden)
Funktion des Wabenbaus
- Schutzraum
- Ort des Volkserneuerung
- Produktion und Lager für Honig
- Lager für Pollen (Bienenbrod)
- Aufenthalts- und Informationsplattform
- Volkschronik, Teil des Stockduftes
Wachsqualitäten in der Ökoimkerei
Wachs nimmt Wirkstoffe auf (Anreicherung) und gibt dies langsam wieder ab
| Wachs 1 | Wachs 2 |
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von den Bienen komplett selbst erzeugt
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eingeschmolzene Wabe, die eine Mittelwand enthalten |
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darf zu Mittelwänden umgearbeitet werden |
darf nicht nochmals für Mittelwände verwendet werden |
Thema Wachsverfälschung
Inhaltsstoffe des Wachses werden wieder abgegeben an
- Bienenbrot
- Honig
- Brut
Wachsproduktion
- Die Bienen haben 8 Wachsdrüsen
- frisches Wachs ist durchsichtig (wie Bergkristalle)
Wabenbau
- Bienen wollen Wachs ausschwitzen
- Einsparung durch Mittelwände bringt nur bedingt mehr Honig (ev. nur 1kg je Volk ?)
- Aufarbeitung eines Wachsschüppchens
- Beimengung von Stoffen
- dauert je Schuppe ca. 4 min
- Formung der Zellen ab 40°C
noch nicht ganz geklärt → wie halten die Bienen diese Temperatur aus ? - Bei freiem Raum ist die Anzahl der Waben ungerade
- Baukette sichert lotrechten Bau
- stabiler Wulst auf den Zellenrändern dient der Kommunikation
- Der Bien besetzt die Waben am liebsten in Kugelform
- Es gibt unterschiedliche Temperaturzonen für die Brut
- hoch in der Mitte → Arbeiterinnen
- niedriger auf dem Randbereich → Drohnenbrut
- kühl am Unteren Wabenrand → Königinnen
Wabenformat Hoch/Quer
- Hochformat fördert die Bewegung des Biens
- im Winter nach oben dem Futter folgend
- Frühjahr mit neuem Futtereintrag wieder nach unten
Bauhilfen für Naturwaben
- Anfangsstreifen - einlöten
- Dreikant anstatt Anfangsstreifen - Winkel kleiner 90° - ca. 60°
- Beim Ableger eng halten
- zunächst wenige Rähmchen geben sonst wird eventuell auch quer gebaut
Wabenerneuerung
- Naturschwärme sind am schnellsten beim Wabenbau
- alle Jungvölker selbst bauen lassen - auf kontinuierlichen Futterstrom achten !
- am Ende der Saison und am Ende des Winters Altwaben entnehmen (3 Jahre alt)
Wachsverwendung
- Kerzen
- Pflegecreme Kosmetik, Leder
- Wachstücher
- ...
Zum Ende
- Wachsmotten räumen in der Natur auf
- Wachsmattenwaben sind bestes Schwarmfangmittel → aber leider unzulässig