Endspurt

von (Kommentare: 0)

Bequemes Wiegen mit Galgen und Hängewaage

Hat man nach der ersten Varroa-Behandlung mit der Einfütterung begonnen, dann sollte zwischenzeitlich der größte Teil des benötigten Winterfutters in den Völkern sein. Zeit, einmal mit der Waage eine Bilanz zu ziehen.

Um ein sicheres Ergebnis ablesen zu können, verwenden wir hierfür einen Galgen aus 50-er Kantholz, eine Kette mit einem Winkel aus Flacheisen und eine Kern Hängewaage CH 50K100. Damit man beim Wiegevorgang auch die korrekten Werte ermittelt, muss beachtet werden:

Drehpunkt vordere Kante!
  • Die Beute muss an der vorderen Kante des Bodens ihren Drehpunkt haben. Steht die Beute auf einer Palette, dann darauf achten, dass die vordere Kante noch auf der Palette ist. Für andere Aufstellarten gilt das natürlich analog. Dreht die Beute nicht über die vordere Kante des Bodens, wird deutlich geringeres Gewicht gemessen.
  • Die Kette sollte möglichst senkrecht nach oben gehen. Jedes Winkelgrad Abweichung zur Senkrechten bringt einen Messwertfehler von ca. 1% (je größer die Winkelabweichung, desto mehr Gewicht wird angezeigt).
  • Die Beute beim Wiegevorgang möglichst wenig anheben, damit möglichst viel Gewicht auf den Flacheisenwinkel wirkt. Auch hier gilt - je höher man anhebt, desto größer der Messfehler (...je höher, desto weniger Gewicht wird angezeigt).
  • Die Beute zunächst vom Boden "losbrechen". Manche Beuten kleben auf der Unterlage und man denkt dann: "Mensch ist die schwer!!!".

Hat man beim Wiegen keinen Fehler gemacht, dann sollte man durch diese Methode etwa das halbe Gewicht der Beute ermittelt haben. Dies stimmt zwar nicht ganz, da die Bienen das Futter nicht symmetrisch in der Beute einlagern, aber man hat einen guten Anhaltswert.

Kennt man seine Leergewichte, dann kann man jetzt grob überschlägig ausrechnen wieviel Futter in der Beute ist bzw. wieviel noch eingefüttert werden muss, damit die Bienen einen ausreichenden Wintervorrat haben. Richtwerte für Leergewichte von Zander-Magazinen kann man dieser Tabelle entnehmen.

Und hier noch ein persönlicher Rat:
Geizen Sie nicht mit dem Futter! Ein ausreichender Futtervorrat ist die halbe Lebensversicherung für die Überwinterung der Völker. Es ist mir völlig unverständlich, warum manche Imker hier jeden Cent dreimal umdrehen. Was zuviel an Futter in der Beute ist, wird im Frühjahr zu Beginn der Kirschblüte entnommen und dient dann als Futterwaben für die Ableger. Es geht also nichts verloren.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 2 und 4.