Frühlingsboten im Februar?!

von Wolfgang Mallin (Kommentare: 1)

Erste Frühlingsboten - die Farbe kommt zurück

Wenn der Wind kräftig geblasen hat, fährt der besorgte Imker an seinen Bienenstand und prüft, ob noch alle Blechdeckel an ihrem Platz sind. So geschehen bei mir gestern bei frühlingshaft mildem Wetter. Fast war man versucht, im T-Shirt rum zu laufen.

Was ich am Bienenstand sah, erfüllte mich mit gemischten Gefühlen - schön die ersten Winterlinge zu sehen, die wieder Farbe in die Landschaft bringen und den Frühling ankündigen.

Kräftiger Polleneintrag am 1. Februar!

Weniger schön fand ich den emsigen Flugbetrieb mit deutlich erkennbarem Polleneintrag. Sowas sieht man normalerweise Ende März / Anfang April bei mildem Wetter - aber nicht am 1. Februar! Es ist dies ein untrügliches Zeichen, dass die Bienen voll in die Brut gegangen sind und Pollen zur Fütterung der Larven benötigen. Bei der Menge an Pollen, die da eingetragen wurde, muss man leider von intensivem Brutgeschäft ausgehen.

Das hat Auswirkungen mit Langzeit-Effekt...

Positiv:

  • Bleibt das Wetter so warm, dann werden die Völker eine schöne Volksstärke bis zum Beginn der Obstblüte erreichen. Eine gute Frühtrachternte wäre damit möglich.
  • Der Massenwechsel vollzieht sich langsam und ohne starken Einbruch der Volksstärke

Negativ:

  • Kommt es bis zum Frühling noch zu stärkeren Kälteeinbrüchen, dann besteht das Risiko, dass ein Teil der Brut unterkühlt und abstirbt. Der Aufwand für die Bienen die abgestorbene Brut auszuräumen ist nicht unterheblich. Krankheitskeime können sich in der abgestorbenen Brut vermehren.
  • Die Varroamilbe freut sich auch über eine längere Vermehrungsperiode. Bleibt das Wetter so warm, dann hat die Brutsaison in diesem Jahr im Januar begonnen - sehr früh. Die Gefahr einer starken Vermehrung der Milbe ist damit groß, da heißt es ab Juni wachsam zu sein.
  • Der Futterverbrauch steigt deutlich an, wenn die Völker nennenswert große Brutfllächen pflegen und beheizen müssen. Die Stocktemperatur wird im Bereich des Brutnestes auf ca. 35°C angehoben und das kostet Energie (Futter!). Man muss daher die Futterreserven im Auge behalten (Gewichtskontrolle).

Zusammengefasst wäre es mir lieber gewesen, wir hätten endlich Winter mit einem kalten Januar und Februar bekommen, damit die Völker auch mal zur Ruhe kommen. Aber bekanntlich hat der Imker ja einen Gehirnlappen mehr - Vorderlappen, Hinterlappen und Jammerlappen  :-)

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Kommentar von Joe |

Ich habe gestern das selbe bei meinen Bienen beobachten können - Polleneintrag trotz starkem Wind...